Easterhegg 2012

Hallo Leute,

nachdem ich jetzt knapp eine Woche Zeit hatte, habe ich mal ein Fazit zum Easterhegg 2012 gezogen. Leider fällt dieses eher durchwachsen aus.

Die Orga war super. Die Jungs und Mädels hatten die Sache echt im Griff, es lief alles reibungslos ab und man echt gemerkt, wie viel Erfahrung und wie viel Arbeit und Engagement hinter der ganzen Aktion stecken. Vielen vielen Dank euch allen für den geilen Job, ihr habt das Ding gerockt!

Auch die Location war echt geil. Messezentrum mitten in Basel, Fußweg zum Übernachtungsbunker (ja, Bunker wie in Luftschutzkeller) ca. 2 Minuten, insgesamt echt toll.

Der einzige Wermutstropfen waren die Vorträge. Und das ist ein Problem. Zum einen, und da muss ich mich auch an der eigenen Nase packen, waren es zu wenige. Nächstes Mal wenn ich auf so eine Veranstaltung gehe, werde ich einen eigenen Vortrag vorbereiten und halten. Schlechter machen als die Mehrheit kann man es quasi eh nicht und das ist der zweite große Minuspunkt an der ganzen Veranstaltung.

Ich war mit 3 Vorträgen sehr zufrieden und habe was mitgenommen, bei einem war ich zwar ebenfalls super zufrieden, habe allerdings leider einen Teil nicht mitbekommen. Dank hierbei geht an Pirx, Daniel, nuess0r und Axel. Leider konnte ich an einigen Vorträgen nicht teilnehmen, bei manchen hat mich das Thema nicht interessiert und einige waren einfach grottig.

Der Erkenntnisgewinn aus Vorträgen dieses Wochenende war also eher gering.

Die beiden Workshops an denen ich teilnehmen konnte (Häkeln einer Android-Puppe und Steckerleiste auf Schweiz umbauen) waren toll und ich hab echt was gelernt. SMD-Löten einer UV-Taschenlampe fiel für mich leider flach weil nicht genug Arbeitsplätze da waren, da war ich einfach zu spät dran. An der Stelle nochmal ein Riesen-Danke an Szara und Christian.

Was nehme ich also von diesem Wochenende mit?

Ich denke, es war dennoch ein wertvolles, gut investiertes Wochenende. Ich habe einige Dinge dazugelernt, die ich sonst wohl nicht gelernt hätte (hier schiele ich gerade auf meine fast fertige Android-Puppe) und ich hatte die Zeit und die Muße, mich endlich mal mit einigen Dingen zu beschäftigen, die schon viel zu lange warten mussten. Die Einrichtung von mutt zum Beispiel oder das tinc-Zeug aus dem anderen Blogpost der letzten Tage. Auch das Socializing kam nicht zu kurz und ich habe einige nette Menschen kennen gelernt, die ich anderenfalls vermutlich nicht getroffen hätte bzw. alte Bekannte wiedergetroffen.

Leider muss ich jedoch sagen, dass der Preis (4 Tage, CHF 120) einfach zu hoch ist für eine dermaßende Menge an schlechten/langweiligen/falschen Vorträgen und ich das Experiment so nicht wiederholen werde.

Sehr, sehr schade, insbesondere vor dem Hintergrund, dass – und man kann das nicht oft genug betonen – die Orga-Truppe hier einen Wahnsinnsjob gerissen hat und eine an sich geniale Veranstaltung auf die Beine gestellt hatte. Der Inhalt wurde leider dem Aufwand nicht gerecht und das finde ich schade.

Was sollte anders laufen?

Liebe Leute, wenn ihr einen Vortrag einreicht dann haltet ihn bitte vorher in eurem örtlichen Hackerspace und lasst euch gegebenenfalls helfen bis es sitzt. Wenn ihr ein super-interessantes Thema präsentiert und die Leute per default eine hohe Affinität zu diesem Thema mitbringen und ihr schafft es dennoch, dass diese Leute hinterher rausgehen und sich denken “was zum Teufel war das denn?” dann läuft was schief. Ihr verschwendet dadurch nicht nur eure Zeit sondern auch die der Orga und der Teilnehmer.

Überarbeitet den Vortrag so lange, bis ihr euch sicher fühlt und den Vortrag auch um 0300 präsentieren könnt und es läuft immer noch flüssig. Ansonsten lasst es. Das Leben ist zu kurz für schlechte Vorträge.

Was werde ich anders machen?

Wie ich bereits schrieb, werde ich wohl in der Form nicht mehr an solchen Kongressen teilnehmen. Falls ich doch nochmal die Zeit und das Geld investieren sollte, werde ich zumindest selbst einen Vortrag vorbereiten und halten. Ich möchte nämlich, dass die Teilnehmer an so einer Veranstaltung die Wahl haben, bei schlechten Vorträgen einfach woanders hinzugehen ohne sich nur mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Das ist nämlich meiner wunderbaren Freundin passiert – Danke, dass Du die 4 Tage trotzdem fast ohne Maulen ausgehalten hast. (Zur Erklärung: sie hatte keine wirkliche Internetverbindung und ich war mehr mit meinem Laptop beschäftigt als mit sonst was.)

Vielleicht sollte ich in Zukunft auch Menschen direkt ansprechen, wenn ich was an deren Vortrag zu kritisieren habe. Da war ich mir aber nicht sicher, ob ich das sachlich genug rüberbringen kann.

Und zu guter Letzt sollte ich wohl künftig mit dem Auto anreisen und massiv mehr Zeug zum basteln mitnehmen, dann hätte ich wenigstens einen Lückenfüller für die Pausen. (Wobei das dann nach dem Häkel-Workshop kein allzu großes Problem mehr war. Häkeln ist Krieg.)

Veröffentlicht unter Linux | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Achievement unlocked – tinc-VPN als sicherer Tunnel

Guten Morgen,

nachdem der letzte Eintrag jetzt ja doch wieder ein Weilchen her ist (keine Sorge, ich habe auch die Artikelserie zum Thema Sicherheit nicht vergessen, ich bin nur aktuell 1. beschäftigt und 2. nicht sonderlich motiviert) habe ich hier mal wieder ein Goodie für euch:

Ein Script, das dafür sorgt, dass man seinen tinc-VPN-Server als Exitnode für einen Tunnel nehmen kann ohne sich dabei die Finger zu brechen.

Warnung: YMMV, ich habe alles auf der Konsole gemacht, ich habe keine Ahnung, ob sich das Script mit GUI-Foo wie z.B. dem network-manager verträgt.

Vorbereitung:

tinc installieren:

# apt-get install tinc

tinc.conf erstellen:

# echo "# Kurzname des Routers/Computers
Name = $NAME_DES_NODES
# Mit folgenden Computern versuchen zu verbinden
ConnectTo = $DEIN_SERVER
# Arbeitsweise des VPN
Mode = Router
# alternativen Port zu 655 verwenden
Port = 8656" > /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/tinc.conf

tinc-up erstellen:

# echo "#!/bin/sh
ip addr add dev $INTERFACE 1.2.3.4/24 broadcast 1.2.255.255
ip link set dev $INTERFACE up" > /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/tinc-up

tinc-down erstellen:

# echo "#!/bin/sh
ip route del default
ip route add default via $ORIGINAL_GATEWAY dev $INTERFACE" > /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/tinc-down

Dateien ausführbar machen:

# chmod +x /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/tinc-*

Keys erstellen:
# mkdir /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/hosts
# tincd -n $DEIN_NETZWERK -K

Dieser Befehl erstellt einen private- und einen public-key. Bitte beim private-key einfach mit Enter bestätigen und beim public-key
den Speicherort /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/hosts/$NAME_DES_NODES wählen.

Jetzt passt Du die host-Datei an
# vi /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/hosts/$NAME_DES_NODES

Folgende Eintragungen sind vor dem Key zu machen:

Address = $IP_DES_NODES
Address = $FQDN_DES_NODES_1
Address = $FQDN_DES_NODES_2
Port = 8656

Geh jetzt die gleichen Schritte auf Deinem Server nochmals durch. Du solltest jetzt auf Client und Server jeweils ein Exemplar der host-Datei haben, diese sollten natürlich unterschiedliche IPs haben und unterschiedliche Namen. Mein Laptop z.B. heißt loki, der Server heißt bifroest.

Jetzt kopierst Du die host-Datei von Deinem Client auf den Server und umgekehrt:

# scp /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/hosts/$NAME_DES_NODES root@server.

Wenn beide Dateien ausgetauscht sind sollten die beiden Rechner miteinander reden können:

# tincd -d 3 -n $DEIN_NETZWERK
startet den tinc-daemon mit log-level 3.

# tail -f /var/log/syslog
zeigt euch den Output. Wenn keine Fehlermeldungen aufblinken sollte es so weit tun.

Bis hierher ist das alles noch nichts besonderes, ihr habt jetzt also den ersten Schritt gemacht und könnt euren Server über ein VPN erreichen. So lange jetzt aber nicht alle Verbindungen über diesen Server geroutet werden, bringt euch das nicht wirklich weit.

Um sicherzustellen, dass das ganze Ding jetzt tut, was es soll, müsst ihr zunächst dem Server beibringen, das Richtige ™ zu tun.

Einsatz als Exitnode:

Dazu verbindet ihr euch mit dem Server:
$ ssh root@server.tld

und führt dort folgende Befehle durch:

# iptables -t nat --append POSTROUTING -i $DEIN_NETZWERK -j MASQUERADE
iptables -t nat --append POSTROUTING -j MASQUERADE
iptables -t nat --append PREROUTING -i $DEIN_NETZWERK -j ACCEPT
cat /proc/sys/net/ipv4/ip_forward

Das sorgt dafür, dass euer Server Verbindungen einfach durchschleift und sie nicht zwischendrin blockiert.

Wenn der Server so weit vorbereitet ist, könnt ihr das folgende Script auf dem Client ausführen:

#!/bin/sh
#I don’t think that this is necessary but I’ll do it anyway:
#License: CC

#define variables

GW=”$(ip r get 8.8.8.8 | gawk ‘{print $3}’)”
TUN=”$IP_DES_SERVERS_IM_VPN”
INTERFACE=”$(ip r get 8.8.8.8 | gawk ‘{print $5}’)”
EXIT=”$IP_DEINES_SERVERS/32″

# change routes
ip route del default
ip route add $EXIT via ${GW%0x*} dev ${INTERFACE%0x*}
ip route add $TUN dev $DEIN_NETZWERK
ip route add default via $TUN dev $DEIN_NETZWERK
echo ‘nameserver 8.8.8.8′ > /etc/resolv.conf
echo “routes established”
ip r show

Ja, das sind mindestens 2 dirty hacks: awk den Hex-Wert abgewöhnen und die resolv.conf überschreiben aber es funktioniert. Ich habe
das Script unter /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/tinc-route gespeichert. Außerdem habe ich ein weiteres Script angelegt:

# echo "#!/bin/sh
tincd -n $DEIN_NETZWERK" > /etc/tinc/$DEIN_NETZWERK/tinc-auto

Dieses dient dazu, beim Start der Netzwerkverbindung den tinc-daemon automatisch anlaufen zu lassen.

Meine /etc/network/interfaces habe ich angepasst wie folgt:

# dhcp-basiertes Kabelnetz
iface auto inet dhcp
pre-up "/etc/tinc/bifroest/tinc-auto"
post-up "/etc/tinc/bifroest/tinc-route"

Damit startet zunächst der tinc-daemon, dann bezieht das interface eine IP und dann werden die Routen angepasst.

Wenn ihr jetzt # mtr eingebt, sollte eure Route über euren Server verlaufen.

Fragen oder Anmerkungen wie immer jederzeit gern in den Kommentaren.

Veröffentlicht unter HowTo, Linux, Privacy, Security | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mein Austritt aus der Piratenpartei

Gestern habe ich meinen Austritt aus der Piratenpartei auf Twitter bekannt gegeben.

Die Reaktionen waren vielfältig. Blubser warf mir aufmerksamkeitsgeiles Rumproleten vor, viele andere wollten wissen, was mich zu diesem Schritt bewegt hat.

Die Gründe sind vielfältig und ich kann nur versuchen, aufzuschreiben, was mir durch den Kopf geht. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich meine auch nicht, für mehrere Menschen zu sprechen. Dies ist eine rein subjektive Zusammenfassung dessen, was mich zum Austritt bewogen hat.

Die Piraten und ich, wir haben uns auseinander gelebt. Die Piraten haben sich weiterentwickelt, ich habe mich weiterentwickelt, und an einem Punkt dieser Entwicklung haben sich unsere Wege getrennt. Das wollte ich zuerst nicht richtig wahrhaben und bin der Partei deshalb lange treu geblieben, obwohl ich mich dort schon nicht mehr hundertprozentig wohl gefühlt habe.

Es fing damals an, noch vor Chemnitz, als ich zum ersten Mal Sekor zustimmen musste. Sekor hat immer gesagt, wir sollen uns auf die Kernthemen beschränken. Ich war lange Zeit der Meinung, dass wir ein Vollprogramm brauchen. Als dann allerdings Punkte in der Diskussion aufgetaucht sind, die ich so mit den Piraten nie assoziiert hätte (Mindestlohn, BGE, Drogenfreigabe, etc.) habe ich meine Meinung geändert und habe ihm zugestimmt. Wenn wir die Kernthemen verteidigen wollten, mussten wir eine massive Blockadehaltung gegenüber den meisten neuen Themen einnehmen. Diese Problematik nehme ich im übrigen erstmal völlig wertungsfrei hin. Es geht mir in diesem Post nicht um eine Bewertung von BGE oder Mindestlohn sondern einfach nur darum, dass ich der Meinung bin, diese Themen sind keine genuinen Piratenthemen. Wenn ich mir Aussagen anhöre wie “ich bin in die Piratenpartei eingetreten, weil die für ein BGE sind” weiß ich, dass von meiner Partei so viel nicht mehr übrig ist. Egal, wie ein BGE-Befürworter oder -Gegner dazu steht, in dem Augenblick, wo jemand wegen einem BGE eintritt, ist die Partei nicht mehr das, was sie mal war. Auch das möchte ich gar nicht unbedingt bewerten. Kann ja sein, dass es für die Partei
genau das Richtige ist, sich zu entwickeln zu einem Vollprogramm und zu einer “Wir sagen einfach mal was, auch wenn wir uns nicht auskennen”-Haltung. Es ist nur nicht mehr meine Partei.

Viele haben sich gestern auf Twitter dahingehend geäußert, dass Veränderung normal und gut sei. Das mag schon sein. Aber wenn ich diese Veränderungen nicht mittragen möchte, dann trete ich halt aus. Man muss ja nicht alles mitgemacht haben.

Ich selbst habe zu der Entfremdung natürlich auch meinen Teil beigetragen. Ich habe mich, bewusst oder unbewusst, immer mehr zurückgezogen, so dass ich fast nur noch an Stammtischen anwesend war, nicht aber zu produktiver Arbeit beigetragen habe. Stattdessen habe ich mich auf meine Karriere, das THW und andere Hobbys konzentriert. Ob es ein Fehler war und ich mehr hätte tun sollen? Ich weiß es nicht. Es ist wie es ist.

Was dem ganzen aber den endgültigen Schubser Richtung Austritt gegeben hat, ist der Umgang in der Piratenpartei.

Ich bin niemand, der als besonders feinfühlig bekannt ist. Ich bin auch nicht gerade der freundlichste Mensch dieses Planeten. Aber die Piraten haben mir regelmäßig aufs Neue gezeigt, dass es immer noch jemanden gibt, der sich weniger benehmen kann als man selbst.

Versteht mich nicht falsch, wenn man sich streiten will dann ist das für mich in Ordnung. Ich verlange auch nicht, dass man sich mit Samthandschuhen anfasst. Aber wenn ich das
Gefühl habe, dass ohne Respekt dem Gegner gegenüber nur noch draufgeschlagen wird, dann läuft was schief. Wenn dann, wie in Baden-Württemberg geschehen, der Vorstand seine Lenkungsfunktion wahrnimmt und versucht, mit Hilfe von sehr fairen und transparenten Maßnahmen dem Gezanke einen Riegel vorzuschieben und dann dafür selbst Dresche bezieht – dann läuft nicht nur was schief, dann sind die Piraten gerade dabei, sich selbst gegen eine Wand zu fahren. Wenn ihr euch auf dem Weg nach unten gegenseitig überholen wollt – viel Spaß dabei. Wundert euch aber nicht über den Aufprall.

Ich hoffe, ihr fahrt das Projekt nicht endgültig gegen die Wand, es wäre schade drum. Aber wenn doch möchte ich wenigstens nicht auf dem Beifahrersitz sitzen.

Ich denke, dass ich hier die wichtigsten Dinge zusammengefasst habe, die mich gestört haben. Ich wünsche euch für die Zukunft alles Gute.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 20 Kommentare

Ripit

Nützliches und gut geschriebenes HowTo zum rippen von Audio-CDs unter Debian GNU/Linux.

Siehe Link:

http://forums.debian.net/viewtopic.php?t=36826

Veröffentlicht unter HowTo, Linux | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Linux aufräumen

Heute habe ich für euch einen (oder genauer 2) Tipps, wie man sich einen Teil seiner Festplattenkapazität zurückholt.
Vielleicht kennt der eine oder andere die Situation, dass man zufälligerweise mal mit

$ls -a

den Inhalt seines home-Ordner anschaut und sich dabei denkt “Woher zum Teufel kommt dieser ganze Mist eigentlich?”

Nun, die Dateien mit einem Punkt vornedran (z.B. .nautilus) sind Konfigurationsdateien, die eure persönlichen Einstellungen speichern. Wenn ihr ein Programm deinstalliert, bleiben diese Konfigurationsdateien in der Regel erhalten. Das soll euch den Wiedereinstieg erleichtern, falls ihr das Programm doch wieder nutzen wollt.

Prinzipiell keine schlechte Idee – aber wenn man sich sicher ist, dass man ein bestimmtes Programm nicht mehr nutzen will, dann nervt das gewaltig. Erstens verbraucht es Speicherplatz und zweitens, viel wichtiger, sorgt es dafür, dass die Inhaltsanzeige des home-Ordners unübersichtlich wird und man nichts mehr findet.

Wenn man nun diese Konfigurationsdateien löschen will, kann man permanent von Hand

$ls -a
$rm -rf $Dateiname

eintippen. Oder man nutzt die Möglichkeiten, die einem die Linux-Bordmittel bieten. Zuerst erstellt man sich eine Liste, der gesammelten Konfigurationsdateien:

$ls -a > filelist

eine Liste aller im Ordner home enthaltenen Dateien. Achtung: Hierbei werden wirklich

    alle

Dateien angezeigt.

Diese Liste editiert ihr jetzt mit Hilfe von vi, gedit, nano, joe oder welchem Editor auch immer und löscht alle Verzeichnisse und Dateien, die ihr behalten möchtet.

Die neue Liste speichert ihr wieder ab.

Jetzt ruft ihr das Programm rm auf und übergebt ihm die Liste filelist als Input.

$cat filelist | xargs rm

Und schon hat euer home-Verzeichnis wieder ein paar Bytes mehr frei.

Ein ähnliches Vorgehen kann man auch beim Thema installierte Programme wählen. Hierbei lauten die Codes

#dpkg -l > proglist

und

#cat proglist2 | xargs apt-get remove --purge

Achtung: Das file proglist ist absichtlich in einem von apt nicht lesbaren Format belassen worden. Dies habe ich mir selbst als Sicherheitsmaßnahme auferlegt um zu vermeiden, dass ich im Eifer des Gefechts versehentlich eine unbearbeitete Liste von Paketen zum Löschen vormerke.

Wenn jemand einen Tipp hat, wie man automatisiert aus proglist eine direkt nutzbare Paketliste generiert (sed, awk, whatever) und dabei eine Sicherungsmaßnahme einbaut dann postet den Tipp bitte in den Kommentaren. Danke.

Das file proglist2 ist die von Hand erstellte Liste der nicht mehr benutzten Pakete.

Veröffentlicht unter Linux | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kommunikationsverschlüsselung: GPG

Heute schreibe ich über E-Mails, deren latente Unsicherheit und wie man daraus noch etwas ordentliches macht.

Zunächst einmal sollte man wohl beim Thema E-Mails ansetzen. Eine E-Mail ist, wie der Name schon sagt, eine elektronisch versendete Nachricht. Die Einzelheiten dazu findet ihr hier und hier.

Die Besonderheit dabei ist, dass E-Mails mitnichten mit Briefen gleichzusetzen sind, wie allenthalben angenommen wird. Vielmehr sind E-Mails das digitale Äquivalent zur Postkarte: Billig, schnell und lesbar von jedem, der sie auf dem Weg vom Sender zum Empfänger in die Hände bekommt. Mit ein wenig Geschick sind sie sogar manipulierbar und bergen damit ein großes Potenzial für Misslichkeiten aller Arten.

Dagegen hilft nicht viel, die einzige Möglichkeit um aus einer Postkarte eine sichere (siehe dazu auch einen älteren Eintrag) Möglichkeit zur Kommunikation zu machen ist, sie in einen Umschlag zu stecken und den Umschlag zu versiegeln. Wird das Siegel gebrochen weiß der Empfänger, dass die Nachricht nicht mehr in dem Zustand ist, in dem sie den Sender verlassen hat.

Das gleiche kann man problemlos auch bei E-Mails tun: Umschläge und Siegel benutzen.

Dazu installiert man sich das FOSS-Programm GPG, mit dessen Hilfe man sich die Umschläge und das Siegel selbst bauen kann. In den meisten Linux-Distributionen zählt GPG als Bordmittel und ist dementsprechend vorinstalliert. Der Grund dafür ist, dass GPG weit mehr kann, als nur E-Mails verschlüsseln. Was das ist kann man bei Interesse auf der Projektwebsite nachlesen.

Im Interesse der Benutzerfreundlichkeit empfehle ich außerdem, das Programm “Mozilla Thunderbird” sowie dessen Extension “Enigmail” zu installieren. Beides ist in den Debian-Repositories hinterlegt.

Wenn alles installiert ist könnt ihr loslegen. Eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung, die selbst der letzte n00b verstehen sollte findet ihr hier.

Ich möchte gar nicht viel zum eigentlichen Einrichten sagen, da ich finde, dass das die Jungs vom CryptoCD-Team verdammt gut gelöst haben.

Zur Benutzung möchte ich euch allerdings einige Hinweise an die Hand geben.

Stellt euch die Technik vor, als würdet ihr jedem, der euch eine Nachricht schicken möchte, einen Stapel Stahlkisten zuschicken. Jede dieser Stahlkisten hat ein Schloss, das nur mit einem bestimmten Schlüssel zu öffnen ist. Diesen Schlüssel habt ihr allein. Wenn ein Freund euch jetzt eine Nachricht schicken will, nimmt er eine dieser Stahlkisten von seinem Stapel und steckt die Nachricht hinein. Dann schlägt er die Tür zu. Ab jetzt kann die Kiste nur noch mit dem richtigen Schlüssel geöffnet werden. Jetzt setzt sich der Bote ans Steuer seines LKW und fährt die Kiste zu euch. Ihr macht die Kiste auf und  siehe da – die Nachricht hat euch erreicht, ohne, dass jemand anderes sie lesen oder verändern konnte. Und damit ihr sicher sein könnt, dass die Nachricht auch von eurem Freund kommt, hat der sie unterschrieben und sein Siegel auf der Nachricht hinterlassen. Für die Antwort nehmt ihr eine Stahlkiste vom Stapel, den er euch geschickt hat und los gehts.

Prinzip klar? Wunderbar.

Dann noch einige Sicherheitshinweise:

1. Erstellt ein Backup eures geheimen Schlüssels an einem sicheren Ort. Wenn der Schlüssel verloren geht könnt ihr alle damit verschlüsselten E-Mails abschreiben.

2. Gebt den Schlüssel nicht aus der Hand. Jeder, der Zugriff auf den Schlüssel hat, kann in eurem Namen E-Mails verschicken. Und eure E-Mails lesen.

3. Unterstützt das Web of Trust der GPG-Nutzer und geht zu Keysigning-Partys oder veranstaltet selbst welche. Wenn ihr Hilfe braucht meldet euch bei mir.

4. Verschlüsselt so viele Nachrichten wie möglich und helft so, den Umschlag als Standard zu etablieren und die Postkarte zur Ausnahme zu machen.

Falls noch Fragen offen sind meldet euch in den Kommentaren.

Anmerkung: Das Bild zeigt eine graphische Darstellung meines GPG-Web-of-Trust. Erstellt wurde die Darstellung mit sig2dot und springgraph, vielen Dank an Darxus für diese epischen Tools!

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Feder? Schwert!

Berufsbedingt komme ich derzeit nicht allzu oft dazu, die Piraten-Mailinglisten zu verfolgen. Das ist an sich nicht weiter wild, wenn etwas wichtiges passiert, bekomme ich das in der Regel trotzdem irgedwie mit.

Jetzt habe ich es mal wieder geschafft, die bw-misc zu lesen. Und was sehe ich? Schon wieder einen der mittlerweile ungezählten Flame-Threads.

Leider kommt es jedoch mittlerweile immer öfter dazu, dass irgendwelche Piraten intern Stress anfangen. Sei es die Sache mit den Beleidigungen gegen Julia Schramm, sei es das Mobbing gegen Wolfgang P und Marco Geupert, sei es der jüngste Affront gegen André Martens.

Ich will nicht mehr.

Freunde der schnellen E-Mail, lest ab hier ganz genau mit: Wenn ich nach einem beschissenen Tag im Büro nach Hause komme und meinen Rechner anmache, dann will ich verdammt noch mal nichts davon lesen, wie blöd andere Piraten sind. Oder warum alle gemein und scheiße sind, nur ihr nicht. Ich will verdammt noch mal meine Ruhe. Oder gute Nachrichten wie “wir haben den ultimativen Plan” oder “wir haben xyz erreicht”. Aber auf jeden Fall nicht “Alles scheiße!!1! Vor allem der Vorstand!1! Die Penner!”

Ich hab keine Lust mehr, ständig irgendwelche Beleidigungen zu lesen. Ich hab keine Lust mehr, ständig irgendwelche Ermahnungen von irgendwelchen Vorständen zu lesen, dass wir uns vertragen sollen. Ich hab keine Lust mehr, ständig von neuen Austritten zu hören, weil ein Paar Flachwichser zu viel Scheiße im Hirn haben, sich zu benehmen. Und ja, ich beleidige jeden, der meint, er müsste grundlos andere Leute bashen. Ich beleidige auch jeden, der meint, er müsste Drohungen gegen andere aussprechen. Wie man in den Wald scheißt, so stinkts raus.

Nochmal zum mitmeißeln: Kommt mir nicht blöd. Ich habe auf dem Gebiet “Beleidigen, Drohen, Runtermachen” jahrelange Erfahrung. Auf beiden Seiten. Das hat mich zwei Dinge gelehrt: 1. Ich bin gut darin wenn man mich dazu zwingt diesen Weg zu gehen. 2.Es bringt keinen von beiden auch nur einen Millimeter weiter.

Wenn euer Ego das braucht dann geht in Therapie. Oder bindet euch ein Schnitzel um den Hals, damit wenigstens der Hund mit euch spielt. Aber lasst verdammt noch mal mich und meine Freunde in Frieden.

Ich bin mal gespannt, ob jemand der Meinung ist, er könnte oder müsste mir drohen.

Eins kann ich euch versprechen: Spätestens dann habt ihr euch übernommen. Ich werde nicht austreten. Ich werde euch das Leben so zur Hölle machen, dass ihr euch wünschen werdet, nie in diese Partei eingetreten zu sein. Wenn ihr euch mit mir anlegt herrscht Krieg.

Ich weiß nicht, warum ihr der freundlichen Variante von BuVo (insbesondere Sebastian) und LaVo (insbesondere branleb) und Basis (Sleeksorrow / Incredibul) nicht folgen wollt. Vielleicht kapiert ihr Idioten es ja, wenn ich es in eurer Sprache formuliere: Fahrt zur Hölle, ihr Trolle.

Ich hab keinen Bock mehr auf euch.

Veröffentlicht unter Nachdenken, Piraten | Verschlagwortet mit , , , | 5 Kommentare