Hallo Leute,
nachdem ich jetzt knapp eine Woche Zeit hatte, habe ich mal ein Fazit zum Easterhegg 2012 gezogen. Leider fällt dieses eher durchwachsen aus.
Die Orga war super. Die Jungs und Mädels hatten die Sache echt im Griff, es lief alles reibungslos ab und man echt gemerkt, wie viel Erfahrung und wie viel Arbeit und Engagement hinter der ganzen Aktion stecken. Vielen vielen Dank euch allen für den geilen Job, ihr habt das Ding gerockt!
Auch die Location war echt geil. Messezentrum mitten in Basel, Fußweg zum Übernachtungsbunker (ja, Bunker wie in Luftschutzkeller) ca. 2 Minuten, insgesamt echt toll.
Der einzige Wermutstropfen waren die Vorträge. Und das ist ein Problem. Zum einen, und da muss ich mich auch an der eigenen Nase packen, waren es zu wenige. Nächstes Mal wenn ich auf so eine Veranstaltung gehe, werde ich einen eigenen Vortrag vorbereiten und halten. Schlechter machen als die Mehrheit kann man es quasi eh nicht und das ist der zweite große Minuspunkt an der ganzen Veranstaltung.
Ich war mit 3 Vorträgen sehr zufrieden und habe was mitgenommen, bei einem war ich zwar ebenfalls super zufrieden, habe allerdings leider einen Teil nicht mitbekommen. Dank hierbei geht an Pirx, Daniel, nuess0r und Axel. Leider konnte ich an einigen Vorträgen nicht teilnehmen, bei manchen hat mich das Thema nicht interessiert und einige waren einfach grottig.
Der Erkenntnisgewinn aus Vorträgen dieses Wochenende war also eher gering.
Die beiden Workshops an denen ich teilnehmen konnte (Häkeln einer Android-Puppe und Steckerleiste auf Schweiz umbauen) waren toll und ich hab echt was gelernt. SMD-Löten einer UV-Taschenlampe fiel für mich leider flach weil nicht genug Arbeitsplätze da waren, da war ich einfach zu spät dran. An der Stelle nochmal ein Riesen-Danke an Szara und Christian.
Was nehme ich also von diesem Wochenende mit?
Ich denke, es war dennoch ein wertvolles, gut investiertes Wochenende. Ich habe einige Dinge dazugelernt, die ich sonst wohl nicht gelernt hätte (hier schiele ich gerade auf meine fast fertige Android-Puppe) und ich hatte die Zeit und die Muße, mich endlich mal mit einigen Dingen zu beschäftigen, die schon viel zu lange warten mussten. Die Einrichtung von mutt zum Beispiel oder das tinc-Zeug aus dem anderen Blogpost der letzten Tage. Auch das Socializing kam nicht zu kurz und ich habe einige nette Menschen kennen gelernt, die ich anderenfalls vermutlich nicht getroffen hätte bzw. alte Bekannte wiedergetroffen.
Leider muss ich jedoch sagen, dass der Preis (4 Tage, CHF 120) einfach zu hoch ist für eine dermaßende Menge an schlechten/langweiligen/falschen Vorträgen und ich das Experiment so nicht wiederholen werde.
Sehr, sehr schade, insbesondere vor dem Hintergrund, dass – und man kann das nicht oft genug betonen – die Orga-Truppe hier einen Wahnsinnsjob gerissen hat und eine an sich geniale Veranstaltung auf die Beine gestellt hatte. Der Inhalt wurde leider dem Aufwand nicht gerecht und das finde ich schade.
Was sollte anders laufen?
Liebe Leute, wenn ihr einen Vortrag einreicht dann haltet ihn bitte vorher in eurem örtlichen Hackerspace und lasst euch gegebenenfalls helfen bis es sitzt. Wenn ihr ein super-interessantes Thema präsentiert und die Leute per default eine hohe Affinität zu diesem Thema mitbringen und ihr schafft es dennoch, dass diese Leute hinterher rausgehen und sich denken “was zum Teufel war das denn?” dann läuft was schief. Ihr verschwendet dadurch nicht nur eure Zeit sondern auch die der Orga und der Teilnehmer.
Überarbeitet den Vortrag so lange, bis ihr euch sicher fühlt und den Vortrag auch um 0300 präsentieren könnt und es läuft immer noch flüssig. Ansonsten lasst es. Das Leben ist zu kurz für schlechte Vorträge.
Was werde ich anders machen?
Wie ich bereits schrieb, werde ich wohl in der Form nicht mehr an solchen Kongressen teilnehmen. Falls ich doch nochmal die Zeit und das Geld investieren sollte, werde ich zumindest selbst einen Vortrag vorbereiten und halten. Ich möchte nämlich, dass die Teilnehmer an so einer Veranstaltung die Wahl haben, bei schlechten Vorträgen einfach woanders hinzugehen ohne sich nur mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Das ist nämlich meiner wunderbaren Freundin passiert – Danke, dass Du die 4 Tage trotzdem fast ohne Maulen ausgehalten hast. (Zur Erklärung: sie hatte keine wirkliche Internetverbindung und ich war mehr mit meinem Laptop beschäftigt als mit sonst was.)
Vielleicht sollte ich in Zukunft auch Menschen direkt ansprechen, wenn ich was an deren Vortrag zu kritisieren habe. Da war ich mir aber nicht sicher, ob ich das sachlich genug rüberbringen kann.
Und zu guter Letzt sollte ich wohl künftig mit dem Auto anreisen und massiv mehr Zeug zum basteln mitnehmen, dann hätte ich wenigstens einen Lückenfüller für die Pausen. (Wobei das dann nach dem Häkel-Workshop kein allzu großes Problem mehr war. Häkeln ist Krieg.)